„Das Reichsarbeitsministerium 1933-1945“

27. August 2021 bis 28. Februar 2022

„Das Reichsarbeitsministerium 1933-1945. Beamte im Dienst des Nationalsozialismus“,
eine Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors

Die Ausstellung zeigt, in welchem Ausmaß das bisher meist als einflusslos dargestellte Ministerium die nationalsozialistische Diktatur stützte. Struktur und Personal des
Reichsarbeitsministeriums sowie zentrale Tätigkeitsfelder werden vorgestellt: Von der
Rentenversicherung, dem Arbeitsrecht und der Arbeitsverwaltung bis hin zum Zwangsarbeitereinsatz. An all diesen Bereichen wird deutlich, wie sich das Ministerium an der Diskriminierung einzelner Bevölkerungsgruppen beteiligte und die gesamte Arbeits- und Sozialpolitik zunehmend von autoritären Maßnahmen durchdrungen wurde. Die Entwicklung gipfelte in der Beteiligung der Beamten an der Rekrutierung und dem Einsatz von Millionen ausländischen Zwangsarbeitskräften. Dieser Aspekt wird am Beispiel der besetzten Ukraine erstmals detailliert dargestellt.
Die Ausstellung schließt mit einem Blick auf die Nachkriegsgeschichte und die personellen
Kontinuitäten und Brüche nach 1945. In Form von Fallbeispielen zeigt die Ausstellung, wie
sich die Maßnahmen und Gesetze des Ministeriums auf einzelne Betroffene auswirkten.
Anhand von Biografien von Beamten des Reichsarbeitsministeriums wird die Bandbreite an
Handlungsmöglichkeiten veranschaulicht, die es für Beamte auch während der NS-Zeit gab.
Die Ausstellung basiert auf Ergebnissen einer unabhängigen Historikerkommission, die seit
2013 im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales die Geschichte des
Reichsarbeitsministeriums in der NS-Zeit erforscht.

 

 

Foto: Dienstzimmer in der Nebenstelle Montabaur des Arbeits-Amtes Niederlahnstein, um 1940.  © SEAD-BA