„Albert Speer in der Bundesrepublik“

„Albert Speer in der Bundesrepublik –
Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit“

18. Mai bis 4. November 2018

Eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München.

Albert Speer war in der NS-Zeit als erster Architekt des Reiches verantwortlich für Großprojekte wie das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg und die Umgestaltung Berlins.

Er zählte zu Hitlers engsten Vertrauten, 1942 wurde er Rüstungsminister. 1946 verurteilten ihn die Alliierten im Nürnberger Prozess zu zwanzig Jahren Haft. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in Berlin – Spandau 1966 konnte Speer durch zahlreiche Interviews und Publikationen seine bei Kriegsende entworfene und weiter ausformulierte Legende in die Öffentlichkeit tragen: Er hätte von den NS-Verbrechen nichts gewusst und sei, von der Aura Hitlers verführt, in Krieg und Judenmord unbeteiligt hineingeraten. Dokumente belegen, dass Albert Speer als einer der Haupttäter des nationalsozialistischen Regimes maßgeblich an der Judenverfolgung und an den Verbrechen in den Konzentrationslagern beteiligt war.

Die Ausstellung wird in dem alten Tanzsaal der benachbarten ehemals „größten Disko Rügens“ (M3) präsentiert, der zu NS-Zeiten als Theater und Kaffeehaus geplant und im Rohbau umgesetzt wurde, in der DDR „Haus der Armee“ war und ausnahmsweise aus diesem Anlass geöffnet werden kann.

Foto: Zahlreiche Medienvertreter empfangen Speer bei seiner Entlassung aus dem Kriegsverbrechergefängnis in Berlin-Spandau, Oktober 1966.