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“Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale“

1. April bis 16. Mai 2021: “Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale“,
ein Ausstellungsprojekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die Treuhandpolitik brach 1990 wie ein Schicksalsschlag über die Ostdeutschen herein. Waren sie im Herbst 1989 selbstbewusst für Freiheit und Demokratie auf die Straßen gegangen, nahm ihr Leben nun eine ungewollte Wendung.

9.000 volkseigene Betriebe mit insgesamt 4,1 Millionen Arbeitsplätzen sollte die Treuhandanstalt innerhalb kürzester Zeit «markttauglich» machen. Die Betriebe wurden privatisiert oder liquidiert. Millionen Menschen wurden arbeitslos. Wie erging es den Menschen dabei? Wie gingen sie mit dieser «Schocktherapie» um? Wie verarbeiteten sie die biografischen Brüche?

Davon erzählt die Ausstellung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Sie gibt einen Einblick in die Vielzahl der Lebenswege. Die 13 ausgewählten Branchen und Betriebe stehen exemplarisch für die ostdeutsche Wirtschaft. Die meisten ostdeutschen Familien waren vom Wirken der Treuhandpolitik betroffen, ihr ausgeliefert. Sie erlebten die Treuhandanstalt als Schicksalsmacht.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lässt in der von Katrin Rohnstock kuratierten Ausstellung Zeitzeug*innen zu Wort kommen, deren Lebensgeschichte durch das Agieren der Treuhandanstalt unmittelbar beeinflusst wurde. Sie waren zur Wendezeit beispielsweise Schlosser auf der Neptunwerft Rostock, Kranführerin im Stahlwerk Riesa, Maurer im Chemiekombinat Buna, Kumpel im Kaliwerk Bischofferode, Fernsehelektronikerin in Oberschöneweide – oder Sicherheitsinspektor im Braunkohlenkombinat Lauchhammer, Betriebsdirektor des VEB Braunkohlenveredlung Lauchhammer oder Entwicklungsingenieur und Gruppenleiter im VEB Halbleiterwerk Frankfurt (Oder).

Nutzen Sie während der Schließzeit auch unsere Kanäle in den sozialen Netzwerken, siehe oben rechts

Wegen der  beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie müssen wir unser Dokumentationszentrum ab Montag, dem 2. November leider schließen.
Nach aktuellem Stand gilt diese Verfügung bis zum 7. März 2021.
Diese Daten sind abhängig von den aktuellen Inzidenzzahlen und können sich ändern.

Über einen Zeitpunkt der Wiedereröffnung werden wir Sie rechtzeitig informieren.

Wir planen, wieder zu öffnen, sobald die behördlichen Auflagen zur Pandemiebekämpfung dies erlauben.
Wir freuen uns sehr, dann wieder unsere Besucher begrüßen zu können! Bleiben Sie gesund!

Während dieser Zeit (und natürlich auch danach) können Sie sich auf unseren digitalen Kanälen über Prora informieren:

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Foto: Kaimauer in Prora, Februar 2021, Jan Seidler

„Prora-Traum eines Architekten“

„Prora -Traum eines Architekten“, eine Fotoausstellung von Uwe Seemann.

Diese Fotoausstellung von Uwe Seemann (Fotos) und Barbara Seemann (Gestaltung) ist eine fotografische Auseinandersetzung mit dem geplanten „KdF-Seebad Rügen“ und seiner eigenwilligen Faszination.

Ein großer Teil der Fotos entstand 1999 bis 2002. Zu diesem Zeitpunkt waren die Entscheidungsprozesse zum Umgang mit der historischen Hinterlassenschaft noch offen und Gebäudeabschnitte der freien Nutzung überlassen, teilweise in kreativer Form. Das Gebäudeensemble lag vorwiegend brach und verfiel. Die Sanierungen der dann privatisierten Gebäudeabschnitte begannen erst Jahre später.

2016 konzentrierte sich der Fotograf auf bereits sanierte Gebäudeabschnitte in Prora und hinterfragt fotografisch den Umgang mit der Bausubstanz.

Uwe Seemann wurde 1938 in Güstrow geboren und ist diplomierter Fotograf. Er hat sich auf nördliche Landschaften konzentriert und ist dabei auf die gigantische NS-Anlage an Rügens Küste gestoßen. Die Aufnahmen zeigen vielfach, wie die Natur, wenn der Mensch es zulässt, die Gebäude, insbesondere die Ruinenkomplexe wieder in Besitz nimmt. Ergänzt werden die Prora – Bilder durch fotografische Aufnahmen nördlicher Küstenlandschaften, im Wechsel der Jahreszeiten, von Rostock bis zur Insel Rügen. Nahezu alle Fotografien der Ausstellung wurden mit analoger Technik aufgenommen. Die Vergrößerungen wurden gedruckt, alle anderen Fotografien sind echte Barytpapier Vergrößerungen.
(Ausstellungsdauer: 22.10.2020 bis 15.2.2021)

 

13. September Tag des offenen Denkmals

 

 

An diesem Tag bieten wir von 11:00 bis 16:00 Uhr jeweils zur vollen Stunde Führungen in die geplante Empfangshalle und in eines der geplanten Urlauberzimmer. Wir bitten um Anmeldung bis zum 12. September unter lucke@prora.eu unter Angabe Ihrer Kontaktdaten zur Rückverfolgung eventueller Coronafälle.

16. September 16:00 Uhr Vortrag „Von Prora hinter die Fronten“

  • 16.9./ 16.00 Uhr: Vortrag zur Ausstellung: „Von Prora hinter die Fronten-Vergessene Opfer deutscher Polizeibataillone“, Marco Esseling, kostenfrei, mit Anmeldung (030/27594166, prora@prora.eu)
Ort: Dokumentationszentrum Prora
Das „KdF-Seebad Rügen“ war bei Kriegsbeginn 1939 noch nicht ganz fertiggestellt und diente in den Jahren 1940 bis 1942  der Ausbildung von Polizeieinheiten. In Prora ausgebildete Polizisten wurden in verschiedenen von Deutschen besetzten Ländern Europas für polizeifremde, teilweise schlimmste verbrecherische Aufgaben hinter den Fronten eingesetzt. Die meisten gingen von Prora über den Hafen Sassnitz zunächst nach Norwegen,  Griechenland, von den Niederlanden bis in die Sowjetunion.

Die Polizisten deportierten Juden aus Norwegen und den Niederlanden, bekämpften Partisanen oder auch Menschen, von denen sie behaupteten, sie seien Partisanen in Polen, der Sowjetunion und Griechenland.
Sie nahmen sowjetische Soldaten gefangen und brachten sie in Gefangenenlager, einige beteiligten sich an deren Ermordung. Die sowjetischen Kriegsgefangenen waren nach den Juden, von denen rund sechs Millionen ermordet wurden, die zweitgrößte Opfergruppe nationalsozialistischer Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Rund 3,3 Millionen von ihnen starben in deutscher Gefangenschaft, sie gehören heute immer noch zu den weitgehend vergessenen oder ausgeblendeten Opfergruppen.

23.September 16:00 Uhr Vortrag „Baustelle Prora-Die Pläne“

  • 23.9./ 16.00 Uhr: Vortrag zur Ausstellung: „Baustelle Prora-Die Pläne“, Katja Lucke, kostenfrei, mit Anmeldung ((030/27594166, lucke@prora.eu)
Ort: Dokumentationszentrum Prora
2018 entdeckte die Familie Becker im Keller eines verstorbenen Angehörigen in Köln überraschend einen Nachlass des Großvaters Adolf Leber: ein Überseekoffer und eine Holzkiste. Adolf Leber hatte als Chefstatiker des Architekten des „KdF-Seebades Rügen“, Clemens Klotz, über Jahre dessen Bauprojekte begleitet. Zahlreiche Berechnungen, Pläne und Briefwechsel hatte Adolf Leber in diesen Kisten aufbewahrt, insbesondere jene zu der NS-Großanlage „KdF-Seebad Rügen“. Auch Unterlagen anderer von ihm betreuter großer und kleinerer Bauprojekte aus der NS-Zeit waren darin zu finden, darunter die NS-„Ordensburgen“ Vogelsang und Krössinsee als auch Gebäude für die vorwiegend für Raketenentwicklung zuständige Heeresversuchsanstalt Peenemünde. Die Geschichte des „KdF-Seebades“ in Prora muss mit diesen Dokumenten nicht neu geschrieben werden, aber sie veranschaulichen gemeinsam mit anderen Quellen den Planungs- und Bauprozess des „KdF-Seebades“ und die Idee dahinter und geben den Anlass, einen Blick auf die heutigen Baustellen zu werfen.
Quelle des Planes der „Empfangshalle“: Dauerleihgabe Familie Becker/Archiv Dokumentationszentrum Prora

Ausstellungseröffnung 23. Juli 17:00 Uhr

Am Donnerstag, dem 23. Juli eröffnen wir eine weitere Sonderausstellung im Dokumentationszentrum Prora:

„Die Rosenburg – Das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit“

Die Ausstellung ist Teil der Aufarbeitung der Geschichte des Justizministeriums. Ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung des Historikers Prof. Manfred Görtemaker und des Juristen Prof. Christoph Safferling hat seit 2012 im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) mit dem „Rosenburg-Projekt“ untersucht, wie das Justizministerium in den 1950er und 60er Jahren mit der NS-Vergangenheit seiner Mitarbeiter, den personellen und sachlichen Kontinuitäten, der Verfolgung von Verbrechen im Zusammenhang mit dem Holocaust sowie mit Amnestie und Verjährung umging. Die Ergebnisse des Abschlussberichts „Die Akte Rosenburg“ wurden in einer Wanderausstellung erstmals 2017 vorgestellt. Diese gliedert sich in neun Bereiche, die durch Stelen und Multimedia-Inhalte repräsentiert werden. Sie nähern sich u.a. durch Biographien oder Original-Aussagen dem jeweiligen Thema an. Ziel dieser Ausstellung ist es, die Erkenntnisse der „Akte Rosenburg“ einem breiten Publikum vorzustellen und dadurch das Bewusstsein für das historische Unrecht zu schärfen.

Zu Eröffnung sind Sie herzlich eingeladen. Es sind die bekannten Hygienemassnahmen in der Coronapandemie wie Abstandsregeln und das Tragen eines Mund-Nasenschutzes zu beachten. Da wir auch eine Begrenzung der Teilnehmerzahl zu beachten haben, bitten wir um Anmeldung bis zum 22. Juli:

Ansprechpartnerin:Katja Lucke-Dokumentationszentrum Prora/Büro Berlin-Tel.:030/27594166, Email: lucke@prora.eu

berlin-web.de/prora

Prora virtuell

Der 17. Mai ist der Internationale @Museumstag. Dafür präsentieren wir Prora virtuell! Mit dem link können Sie Prora von oben erleben – und einzelne Plätze auch ganz aus der Nähe. Der Link lässt sich in diesem Fenster leider nicht anklicken, Sie können das oben auf der homepage.

„Die Körper der SS – Ideologie, Propaganda und Gewalt“

 

Mit der Wiedereröffnung wird auch erstmals die neue Sonderausstellung „Die Körper der SS – Ideologie, Propaganda und Gewalt“ zu sehen sein.
Die Ausstellung nimmt die Körperbilder, Körpervorstellungen und Körperideale des Nationalsozialismus im Allgemeinen und der SS im Besonderen in den Blick.
Dieser Ansatz nimmt Forschungsstränge auf, die in den vergangenen Jahren, etwa in der Dissertation von Paula Diehl unter dem Titel „Macht – Mythos – Utopie.
Die Körperbilder der SS-Männer“, breitere Beachtung gefunden haben. Ziel der Ausstellung ist einerseits, das körperbasierte Denken in der Ideologie des Nationalsozialismus im Allgemeinen sowie der SS im Speziellen darzustellen und andererseits die Auswirkungen dieses  enschenverachtenden Denkens auf die von den Nationalsozialisten definierten „Gegner“ des Systems beispielhaft und biographisch zu ergründen. Die Definition der angeblichen „Gegner“ wurde dabei im Grundsatz ebenso durch körperliche Merkmale vorgenommen oder zumindest begründet, wie die Definition der „Volkszugehörigen“.

Foto:

„SS-Fechter“: © Kreismuseum Wewelsburg, Foto: Hellmeier & Friedenberger 2008

 

 

 

26.3. 17.00 Uhr Ausstellungseröffnung „Die Körper der SS“

Für das Themenjahr 2016 „Körperkultur – Schönheit, Hygiene, Selbstbild“ der Museumsinitiative Ostwestfalen-Lippe e.V. hat das Kreismuseum Wewelsburg eine Sonderausstellung erarbeitet, die Körperbilder, Körpervorstellungen und Körperideale des Nationalsozialismus im Allgemeinen und der SS im Besonderen in den Blick nimmt. Dieser Ansatz nimmt Forschungsstränge auf, die in den vergangenen Jahren, etwa in der Dissertation von Paula Diehl unter dem Titel „Macht – Mythos – Utopie. Die Körperbilder der SS-Männer“, breitere Beachtung gefunden haben.

Ziel der Ausstellung ist einerseits, das körperbasierte Denken in der Ideologie des Nationalsozialismus im Allgemeinen sowie der SS im Speziellen darzustellen und andererseits die Auswirkungen dieses menschenverachtenden Denkens auf die von den Nationalsozialisten definierten „Gegner“ des Systems beispielhaft und biographisch zu ergründen. Die Definition der angeblichen „Gegner“ wurde dabei im Grundsatz ebenso durch körperliche Merkmale vorgenommen oder zumindest begründet, wie die Definition der „Volkszugehörigen“.

In Publikationen, Reden, Bauten und mörderischen Handlungen ihrer Mitglieder und Führer ist eine besonders nachdrückliche Radikalisierung der skizzierten Körperideale bei der Schutzstaffel (SS) festzustellen. Die Körper der SS-Männer sollten im Sinne ihrer kriegerischen Funktion geformt sein und eine rassistische „Elite“ bilden. Sie sollten „hart“ und „stark“ werden und das sowohl in körperlicher als auch mentaler Hinsicht. Der SS-Mann hob sich zusätzlich durch die speziell gestalteten schwarzen Uniformen von der Masse der „Volksgenossen“ ab. Auch das Frauenbild der SS zeigt ein radikalisiertes Körperverständnis: Die Frau des SS-Mannes sollte nach dem Willen der SS-Führung eine „Gefährtin“ des Mannes sein, die ihn „stärkt“, ihm im Sinne des Elitegedankens der SS vermeintlich „rassisch“ wertvolle Kinder gebärt.

Demgegenüber zeigt sich auch der Umgang mit als Gegnern definierten Personengruppen, zunächst im innerdeutschen Bereich und später in den besetzten Gebieten Osteuropas als stetige Radikalisierung und Umsetzung des elitären Körperverständnisses der SS. Inhaftierung, Folter, willkürliche Massaker sowie die Morde in den Konzentrationslagern, verübt an osteuropäischen Volksgruppen, an Menschen jüdischen Glaubens, an Sinti und Roma und an vermeintlich „rassischen“ oder „politischen Gegnern“ belegen die entfesselte Brutalität und Willkür gegenüber angeblich „gegnerischen Körpern“. 

Die Sonderausstellung wurde mit Zuschüssen der Landeszentrale für politische Bildung NRW finanziert und vom 27.3. bis 16.8.2020 im Dokumentationszentrum Prora gezeigt.

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