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12. Juli 18:00 Lesung Juna Grossmann „Schonzeit vorbei“

(Achtung: die Veranstaltung musste vom 5. Juli auf den 12. Juli verschoben werden.)

Am Freitag, dem 12. Juli um 18:00 Uhr stellt Juna Grossmann ihr Buch „Schonzeit vorbei“ bei uns vor. Es handelt von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem leider wieder sehr aktuellen Thema Antisemitismus.

 Juna Grossmann arbeitet in einer NS-Gedenkstätte und betreibt einen Blog unter irgendwie jüdisch über ihr jüdisches Leben in Berlin. Sie beobachtet seit Jahren, wie offene judenfeindliche Angriffe zunehmen, lauter und bedrohlicher werden. In ihrem Buch schildert die jüdische Deutsche das Leben unter permanentem antisemitischen Beschuss, berichtet vom Wachsen einer Angst, die sie vor einigen Jahren noch nicht kannte, und davon, wie sie eines Tages merkte, dass auch sie mittlerweile auf gepackten Koffern lebt, bereit zur Flucht vor dem Hass. Dabei  beschreibt sie Erfahrungen, die sie an ihrer Arbeitsstätte erlebt hat als auch in ganz alltäglichen Zusammenhängen privat. Weil sie sich damit nicht abfinden will, geht sie in die Öffentlichkeit, schrieb sie dieses Buch zum 80.Jahrestag des Novemberpogroms von 1938.

„Alle Jahre wieder, in schöner Regelmäßigkeit werden wir Juden aufgefordert, nicht hierhin und nicht dorthin zu gehen, nicht dieses oder jenes zu tragen, damit man uns nicht erkennt. Ich kann es nicht mehr hören und finde es absurd, dieses Verstecken. (…) Ich bin es leid, dass mir gesagt wird, ich müsse meine Freiheit beschränken, nur weil irgendwelche Idioten gerade wieder mal Juden als ihre bevorzugten Hassobjekte ausgesucht haben. Sollten wir nicht woanders ansetzen? Sollte nicht viel lauter gerufen werden, dass DIE sich fernhalten sollen?“

Schonzeit vorbei, Seite 89

Bei einigen beschriebenen antisemitischen Vorfällen bleibt der/die Leser*in  kopfschüttelnd zurück. Es ist ein persönliches Buch, das auf ein gesellschaftliches Phänomen in Deutschland hinweist und zum Nachdenken anregt. Es ist ein Appell  an die Gesellschaft, an jeden Einzelnen, sich zu positionieren, sich einzumischen und nicht wegzusehen.

Im Anschluss an die Lesung steht die Autorin für Diskussion und Nachgespräch zur Verfügung.

 

Juna Grossmann geboren 1976 in (Ost-)Berlin hat Sonderpädagogik studiert und verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit für Gedenkstätten und Museen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin erstellte sie die Ausstellung »Kriegsgefangene Rotarmistinnen im KZ. Sowjetische

Militärmedizinerinnen in Ravensbrück.« Seit 2009 leitet sie das Ausstellungsbüro eines Berliner Museums. Nebenher ist sie Beraterin für Social Media Auftritte für Gedenkstätten und Kulturein- richtungen. Seit 2008 betreibt Juna Grossmann den Blog irgendwiejuedisch.com und engagiert sich ehrenamtlich bei rentajew.org