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Eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Prora Die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst hat nicht nur die „Stars“ der Neuen und Alten Leipziger Schule wie Neo Rauch oder Bernhard Heisig hervorgebracht, sondern auch die Maler der legendären Künstlergruppe „Clara Mosch“. 1977 fanden sie sich in Adelsberg, einer Vorstadt der damaligen Karl-Marx-Stadt, zusammen und formten anagrammhaft aus ihren Anfangsbuchstaben den Namen ihrer Gruppe: CLA wie Carlfriedrich Claus, RA wie Thomas Ranft und Dagmar Ranft-Schinke, MO wie Michael Morgner und SCH wie Gregor-Torsten Schade. Zusammen eröffneten sie in einem ehemaligen Tante-Emma-Laden eine der wenigen privaten Produzentengalerien in der damaligen DDR. Als eine „Notgruppe angesichts der Situation qualitätslosen Sozialistischen Realismus‘“, so Morgner, sah sich die Gruppe. Sie einte die Ablehnung des Realismus, ein eigenes Programm oder Manifest hatten sie nicht. Das Dokumentationszentrum Prora zeigt 27 Jahre nach der Auflösung der Gruppe 1982 Radierungen und Lithografien von Carlfriedrich Claus, Michael Morgner und Thomas Ranft. Die Grafiken von Carlfriedrich Claus faszinieren immer wieder durch die „visuelle Poesie“, die ihnen inne wohnt. Sie bestehen meist aus einer Art Mikroschrift, die sich zu einem abstrakten Gebilde zusammensetzt. Ganz anders sind die großformatigen Bilder und grafischen Blätter von Michael Morgner. Sie sind gekennzeichnet durch einen expressiven Gestus, informell-düstere Hintergründe und schwermütige Themen gekennzeichnet. Spätestens Ende der 70er Jahre fand Morgner zu seiner eigenen Formensprache. Er hat sich nie Moden unterworfen, sondern kontinuierlich an seinem eigenen Kunstverständnis gearbeitet. Thomas Ranft ist in erster Linie Grafiker und Zeichner, seine filigranen Blätter erinnern an florale Strukturen. Es sind oft zerbrechliche Fantasiegebilde. Er zeichnet akribisch, aber leicht, findet neue Formen und Gestaltungsfelder. Es gibt keine Grobheiten, geistige Klarheit und sensible Konkretheit machen den Reiz seiner Arbeiten aus. In den letzten zehn Jahren baute er Objekte aus Holz, Metall, Lithosteinen und Radierplatten. "Oda Schottmüller - Tänzerin, Bildhauerin, Nazigegnerin"
und Zwei Dokumentationen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und des Deutschen Tanzarchivs Köln Die Künstlerin Oda Schottmüller (1905 - 1943) stand als Tänzerin in der Tradition des in den 20er Jahren entwickelten modernen Ausdruckstanzes, zu deren bekanntesten Vertreterinnen Mary Wigman und ihre Schülerin Gret Pallucca gehörten. Diese Tänzerinnen lehnten das Bewegungsvokabular des klassischen Balletts des 19. Jahrhunderts ab und entwickelten eine am Expressionismus orientierte schnelle, rhythmische Bewegungssprache des Körpers. Schottmüllers Bekannten- und Freundeskreis bestand fast auschließlich aus Gegnern des Nationalsozialismus, darunter Harro Schulze-Boysen und seine Freunde. Schulze-Boysen arbeitete im Reichsluftfahrtministerium, wo er Zugang zu geheimen Informationen hatte. Zusammen mit Arvid Harnack, einem Regierungsrat im Reichswirtschaftsministerium, und anderen gab er Informationen, u.a. über den geplanten Angriff auf die Sowjetunion im Sommer 1941, an russische und amerikanische Diplomaten weiter und pflegte den Kontakt zu kommunistischen Widerstandsgruppen in ganz Europa. Daneben schrieb und verteilte die Gruppe, die von der Geheimen Staatspolizei den Namen “Rote Kapelle” erhielt, oppositionelle Flugblätter, sammelte Informationen über Verbrechen der Nationalsozialisten, verbreiteten ausländische Presseberichte und unterstützten Familien von Verfolgten des NS-Regimes. Die beiden Ausstellungen "Oda Schottmüller - Tänzerin, Bildhauerin, Nazigegnerin" und "Die Rote Kapelle" dokumentieren das Leben der Künstlerin Oda Schottmüller und geben eine Überblick über die Widerstandsgruppe “Rote Kapelle”, über das Schicksal ihrer Mitglieder und ihre oppositionellen Aktivitäten während des “Dritten Reiches”. |