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Ausstellungsplakat


5. September bis 14. Oktober 2010 (täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr)

"Das verdächtige Saxophon. 'Entartete Musik' im NS-Staat"

Eine Ausstellung des Musikwissenschaftler Dr. Albrecht Dümling

Ein Jahr nach der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ wurde im Mai 1938 bei den Düsseldorfer Reichsmusiktagen die Propaganda-Schau „Entartete Musik“ gezeigt, die auch in der Musik eine gefährliche „Zersetzung“ und „Rassenmischung“ diagnostizierte. Die Ausstellung richtete sich gegen die musikalische Moderne, insb. gegen den Jazz und die Musik von jüdischen Künstlern und Komponisten, deren Entfernung aus dem deutschen Musikleben gefordert wurde. Jazz galt als Inbegriff „jüdisch-negroider Unterwanderung“, weshalb die Ausstellungsbroschüre einen schwarzen Saxophonspieler mit Judenstern zeigte.

1988 konzipierte der Berliner Musikwissenschaftler Dr. Albrecht Dümling eine Rekonstruktion dieser Ausstellung, die 20 Jahre später noch einmal von ihm, zusammen mit dem Düsseldorfer Designbüro Drasdo, überarbeitet wurde. Viele zuvor unbekannte Quellen wurden in diese Neubearbeitung integriert.

Entsprechend der 1938er Ausstellung werden jetzt mehr Abbildungen zum „jüdischen Theater im Jazzrhythmus“ gezeigt, was den Titel „Das verdächtige Saxophon“ erklärt. Audio Guides sowie Monitore mit Auszügen aus NS-Wochenschauen ermöglichen ein enges Wechselverhältnis zwischen dem Gehörten und dem Gesehenen.




2. Juli bis 30. August 2010 (täglich von 09:30 bis 19:00 Uhr)
Ausstellungsplakat

"Was damals Recht war ... - Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht"

Eine Ausstellung der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Etwa 30.000 Menschen in Deutschland und im besetzten Europa wurden von Gerichten der Wehrmacht u.a. wegen Fahnenflucht, „Wehrkraftzersetzung“ oder Kriegsverrat zum Tode verurteilt, über 20.000 hingerichtet. Die Urteile, die während des Zweiten Weltkrieges von den deutschen Militärrichtern verhängt wurden, hat der Bundestag erst in den Jahren 1998 bis 2009 für Unrecht erklärt und aufgehoben.

Die Ausstellung „Was damals Recht war, … – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“ zeichnet erstmals ein umfassendes Bild von den willkürlichen Entscheidungen der Wehrmachtsgerichte. Mit Begründungen wie „Aufrechterhaltung der Manneszucht“, „Volksschädling“ oder „biologisch minderwertig“ wurden zahlreiche Todesurteile verhängt.

Die Präsentation skizziert 16 Lebenswege von Verurteilten und stellt sie fünf Porträts von Richtern gegenüber, die diese Unrechtsurteile verhängten. Die Ausstellung zeigt auch, wie diese Juristen nach 1945 oftmals ihre Karrieren fortsetzen konnten, während die zu Unrecht Verurteilten bis Ende der 90er Jahre darauf warten mussten, rehabilitiert zu werden.

Die Ausstellung im Dokumentationszentrum Prora dokumentiert einerseits den Unrechtscharakter dieser Rechtsprechung, zeigt aber auch, dass die urteilenden Richter durchaus Spielräume bei der Urteilsfindung hatten und einige mutige diese auch nutzten.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung: samstags um 15:00 Uhr



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