Stolpersteinverlegung für den ehemaligen polnischen Zwangsarbeiter Stanislaw Bielecki

Am 22. August 2010 hat der Kölner Künstler Gunter Demnig in Sassnitz vor der Villa Aegir einen Stolpersteine für den ehemaligen polnischen Zwangsarbeiter Stanislaw Bielecki verlegt. Gunter Demnig erinnert seit 2003 an Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten freiwillig gewählten Aufenthaltsort Gedenksteine aus Messing ins Trottoir einlässt. Die diesjährige Sassnitzer Aktion war ein Projekt des Dokumentationszentrums Prora und Schülern der Regionalen Schule Sassnitz und ihrer Lehrerin, Frau Marianne Bloom.
Die Schüler haben den Lebenslauf von Stanislaw Bielecki mit Hilfe seiner Nichte Maria Mazurek aus Pawlosiów in Ostpolen recherchiert. Diese hatte sich auf Grund eines Aufrufs in einer Jaroslawer Regionalzeitung im Dokumentationszentrum Prora gemeldet.
Bielecki war 1907 in einem Vorort von Jaroslaw geboren worden, kinderlos verheiratet und von Beruf Schneider. Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde er zur Zwangsarbeit nach Rügen verschleppt und musste Erdarbeiten beim Eisenbahnbau verrichten. Da Bielecki gesundheitlich angeschlagen war, fiel ihm diese Arbeit besonders schwer. Charlotte Schimmelpfennig, Eigentümerin der Villa Aegir, nahm Bielecki, wie viele andere Zwangsarbeiter auch, bei sich auf und pflegte ihn. Nachdem er während der Arbeit zusammengebrochen und daraufhin auf der Sassnitzer Polizeiwache verprügelt worden war, floh Bielecki. Er wurde jedoch gefangen genommen und erneut zusammengeschlagen. An den Folgen dieser Misshandlungen verstarb er.

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