29. April Digitaler Erzählsalon zur Treuhandanstalt

Im Rahmen der Präsentation der Ausstellung „Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale“,

die bis zum 7. Juni in unserem Haus gezeigt wird, veranstalten wir in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern und mit Rohnstock Biografien Berlin einen digitalen Erzählsalon, da pandemiebedingt eine Präsenzveranstaltung nicht stattfinden kann.

Der Erzählsalon mit dem Titel „Treuhandschicksale auf Rügen“ findet am Donnerstag, dem 29.April ab 19:00 Uhr (freigeschaltet von 18:30 bis 21:30 Uhr) online statt. Teilnehmen können Sie mit dem Link (Zoom-Konferenz):

https://zoom.us/j/99284407575

Eintritt frei. Keine Zugangsdaten erforderlich. 

Ihre Erfahrungen am digitalen Runden Tisch teilen u.a.:

Prof. Christa Luft, ehem. Rektorin der Hochschule für Ökonomie (HfÖ) Berlin, 1989-90 Wirtschaftsministerin in der Modrow-Regierung

Kerstin Kassner, 2001-2011 Landrätin des Landkreises Rügen, seit 2013 als Abgeordnete der Fraktion Die Linke im Bundestag

Christiane Latendorf, seit 1998 Fraktionsvorsitzende von Die Linke im Kreis Vorpommern-Rügen (vormals Kreis Nordvorpommern)

Moderation: Katrin Rohnstock,
Kuratorin der Ausstellung »Schicksal Treuhand – Treuhand Schicksale« und Entwicklerin des Formats Erzählsalons

Und welche Erfahrungen haben Sie mit der Treuhandpolitik gemacht? Auch die Zuhörenden/Zuschauenden sind herzlich eingeladen, ihre Erinnerungen einzubringen!

 

 

Stolz blicken die Menschen zurück, die an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns auf Werften, im Fischfang oder bei Reedereien beschäftigt waren. Mit der politischen Wende von 1989/90 kam der Umbruch und mit ihm der Niedergang ganzer Industrien. Anders als vom Runden Tisch und von der Modrow-Regierung beabsichtigt – eine Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung des Volkseigentums zu gründen –, wurde von der Maizière-Regierung und im Zuge der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion vom 1. Juli 1990 eine Superbehörde aufgebaut. Ihr Auftrag: die 9.000 volkseigenen Betriebe, in denen 4,1 Millionen Werktätige arbeiteten, innerhalb von vier Jahren »markttauglich« zu machen, sprich: zu privatisieren oder zu liquidieren. Mit der Folge, dass Millionen von Arbeitsplätzen zerstört wurden. Die Geschichte der Treuhand, mythenbeladen und legendär, hat sich tief ins Gedächtnis der Menschen gegraben. Fast jede Familie in Ostdeutschland ist betroffen. Allzu oft überlagern heute Scham und Frust die jeweiligen Lebensleistungen

 

Anlässlich der Wanderausstellung »Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale«, die vom 1. April bis 7. Juni 2021 im Dokumentationszentrum Prora auf Rügen zu sehen ist, laden die Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern, der Aussteller und Rohnstock Biografien aus Berlin zu einem digitalen Erzählsalon: Zeitzeugen teilen ihre persönlichen Erfahrungen. Wie entwickelte sich die Treuhand-Anstalt? Welche Rolle spielte sie im Leben der Menschen? Welche Auswirkungen hatte sie auf die Entwicklung von Institutionen, Strukturen, Gremien und Betriebe?