Sonderausstellungen 2026 _neu
Sonderausstellungen
Sonderausstellungen 2026
»Die Verleugneten. Opfer des Nationalsozialismus 1933 – 1945 – heute«
Die Ausstellung erinnert an Menschen, die im Nationalsozialismus als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden. Ihre Erfahrungen stehen im Zentrum. Zwischen 1933 und 1945 griffen Behörden und Polizei gesellschaftliche Vorurteile auf. Sie kontrollierten, drangsalierten und beraubten Zehntausende ihrer Freiheit. Viele wurden ermordet.
Die Bundesrepublik, die DDR und Österreich verweigerten den Betroffenen eine Entschädigung. Ihre Unrechtserfahrungen wurden verleugnet.
Im Februar 2020 entschied der Deutsche Bundestag: „Niemand saß zu Recht in einem Konzentrationslager, auch die als ‚Asoziale‘ und ‚Berufsverbrecher‘ Verfolgten waren Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“ Das Parlament beauftragte daraufhin die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg mit der Erstellung dieser Ausstellung.
Foto: Sonderausstellung im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Copyright: Jörn Neumann


„Ausgeblendet. Der Umgang mit NS-Täterorten in Ost- und West-Berlin“ – mit einer Rügen-Perspektive
Eine Ausstellung des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz.
Im Stadtbild Berlins finden sich zahlreiche Gedenkstätten und Mahnmale, die an nationalsozialistische Verbrechen erinnern. Ihrer Entstehung ging jedoch eine lange Geschichte des Ausblendens und Verschweigens voraus – gerade bei sogenannten Täterorten, an denen Verbrechen geplant und organisiert wurden. Die Ausstellung rekonstruiert diese Geschichte und zeigt Geschichtspolitiken im Wandel der geteilten Stadt.
Für die Station im Dokumentationszentrum Prora wurde die Ausstellung um ein eigenes Kapitel zu Orten auf Rügen mit NS-Vergangenheit erweitert.

„Under the Surface“ – Soundinstallation von Lisa Marie Steude
Die Soundinstallation der regionalen Künstlerin Lisa Marie Steude ergänzt die Dauerausstellung des Dokumentationszentrums. Das Werk beschäftigt sich mit der Fähigkeit zur Empathie als Grundlage demokratischer Prozesse und gesellschaftlichen Miteinanders.
Im Kontext der Dauerausstellung schlägt es eine Brücke in die Gegenwart und gibt einen Lösungsvorschlag zum Umgang mit zunehmender gesellschaftlicher Spaltung. Der begleitende Katalog erscheint in der Reihe „Signifikante Signaturen“ der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.
Dauerausstellungen
Militärstandort Prora – Opposition und Widerstand: Bausoldaten in Prora 1964–1989/90
Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Bausoldaten – der Waffendienstverweigerer der DDR –, die als Teil der Nationalen Volksarmee in Prora stationiert waren. Ab 1982 entwickelte sich Prora zum größten Bausoldatenstandort der DDR.
Neben Fotos, Texten und Exponaten stehen Hör- und Videosequenzen aus Interviews mit ehemaligen Bausoldaten zur Verfügung. Die Präsentation basiert auf mehrjährigen Forschungsprojekten, unterstützt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Landesbeauftragten für MV.
„Von Prora hinter die Fronten – Vergessene Opfer deutscher Polizeibataillone“
Kuratiert von Marco Esseling, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Dokumentationszentrums.
Die meisten Polizeieinheiten gingen von Prora über den Hafen Sassnitz zunächst nach Norwegen, später in die Sowjetunion, Polen, die Niederlande und Griechenland. Rund 3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene starben in deutscher Gefangenschaft.
Die Ausstellung dokumentiert Ausbildung und Einsätze auf 16 Tafeln mit Fotos, erstmals gezeigten Filmdokumenten und Erinnerungen von Opfern.
„Baustelle Prora – Die Pläne“
Kuratiert von Katja Lucke und Christian Dinse, in Kooperation mit dem Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv.
Erstmals veröffentlichte Dokumente und Fotos: Aufnahmen aus dem Archiv der Holzmann AG, das Fotoalbum eines jungen Bauingenieurs aus der damaligen Bauleitung sowie Pläne des zentralen Statikers des „KdF-Seebades“, Adolf Leber – gegenübergestellt aktuellen Fotos von Prora.


