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Das Dokumentationszentrum Prora liegt in der großen Anlage von Prora.
Diese Anlage wird auch „Koloss von Rügen“ genannt.

Prora gehört zum Ostseebad Binz.
Es liegt an der Prorer Wiek, einer großen Bucht auf der Insel Rügen.

Die Gebäude wurden zwischen 1936 und 1939 gebaut.
Auftraggeber war die NS-Organisation „Kraft durch Freude“.

Heute gibt es im Dokumentationszentrum Ausstellungen.
Dort erfahren Sie mehr über die Geschichte von Prora und die Zeit des Nationalsozialismus.

Die Anlage steht unter Denkmalschutz.
Das bedeutet: Sie ist historisch wichtig und soll erhalten bleiben.

Prora ist eine der größten erhaltenen Anlagen aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Bis zu 20.000 Menschen sollten hier gleichzeitig Urlaub machen.

Die Nationalsozialisten wollten mit solchen Projekten Einfluss auf die Menschen nehmen.
Sie wollten die Bevölkerung für ihre Politik gewinnen und auf den Krieg vorbereiten.

Eingang Dokumentationszentrum Prora

Zur Zeit gibt es Bauarbeiten rund um das Gebäude.

Das Dokumentationszentrum ist aber geöffnet und erreichbar.

Luftbild Prora

Luftbild der Anlage (2013)

Das Dokumentationszentrum wurde im Jahr 2000 gegründet.
Es sollte eine Lücke in der Erinnerung an die NS-Zeit schließen.

Die Dauerausstellung heißt „MACHTUrlaub“.
Sie zeigt, wie Freizeit im Nationalsozialismus organisiert wurde.
Und wie Politik dabei eine wichtige Rolle spielte.

Es gibt außerdem:

  • Sonderausstellungen
  • einen Film
  • eine Computer-Animation
  • interaktive Medienstationen
  • Audio- und Video-Stationen

Zusätzlich gibt es regelmäßig neue Ausstellungen zu Themen wie:

  • Geschichte
  • Architektur
  • Kunst
  • Politik

Ein Café gehört auch zum Dokumentationszentrum.
Dort können Sie sich ausruhen.

Das Dokumentationszentrum ist eine anerkannte Einrichtung der Weiterbildung.
Es nimmt am EU-Programm ERASMUS+ für Erwachsenenbildung teil.

Das „KdF-Seebad der Zwanzigtausend“

In den 1930er Jahren veränderte sich die Ostküste der Insel Rügen stark.
Dort gibt es einen langen weißen Strand und viele Kiefernwälder.

Die Organisation „Kraft durch Freude“ ließ dort eine große Ferienanlage bauen.
Der Ort heißt Prora.

Es entstand eine sehr lange Reihe von Gebäuden.
Sie ist etwa 4,7 Kilometer lang.
Die Anlage besteht aus 8 großen Blöcken.
Jeder Block ist fast 500 Meter lang.

Das Seebad war für 20.000 Menschen geplant.
Hier sollten viele Deutsche gemeinsam Urlaub machen.

Die Nationalsozialisten wollten dort ihre Vorstellung von einer „Volksgemeinschaft“ zeigen.
Das bedeutet: Nur bestimmte Menschen sollten dazugehören.

Viele Menschen wurden ausgeschlossen.
Zum Beispiel Menschen, die nicht in das Weltbild der Nationalsozialisten passten.
Für sie gab es keinen Urlaub.
Sie wurden verfolgt und konnten sogar in Konzentrationslager kommen.

„Kraft durch Freude“ war eine Organisation der „Deutschen Arbeitsfront“.
Sie sollte die Freizeit der Menschen planen, zum Beispiel Reisen und Urlaub.

Der Leiter der Organisation war Robert Ley.
Er sagte oft: Adolf Hitler hatte die Idee für mehrere große Ferienanlagen.
Gebaut wurde aber nur die Anlage in Prora.

1936 gab es einen Wettbewerb für den Bau.
11 Architekten machten mit.
Es gab klare Regeln:

  • Alle Zimmer sollten einen Blick auf das Meer haben.
  • Eine große Halle sollte Platz für 20.000 Menschen bieten.

Der Entwurf des Architekten Clemens Klotz wurde ausgewählt.
Die große Festhalle wurde von Erich zu Putlitz geplant.

 


Architekturzeichnung Prora

Entwurf für Prora von Clemens Klotz, 1936
(Quelle: Illustrierte Zeitung)

Modell Prora 1938

Modell der Anlage, 1938 (Quelle: Arbeitertum)

Am 2. Mai 1936 wurde der Grundstein für Prora gelegt.
Das war genau drei Jahre nach der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten.

Die Feier war sehr groß. Sie wurde im Radio übertragen.
Auch Militär war dabei. Der Politiker Robert Ley hielt eine wichtige Rede.

1938 begann der Bau der Gebäude.
Bis 1939 waren viele Häuser im Rohbau fertig.
Dann begann der Zweite Weltkrieg. Die Bauarbeiten wurden gestoppt.

In den Jahren 1940 und 1941 wurden in Prora Polizisten ausgebildet.
Später wurden junge Frauen dort für den Dienst bei der Kriegsmarine geschult.
1944 gab es dort auch ein Krankenhaus.

Prora in der SBZ und DDR

Im Mai 1945 besetzten sowjetische Truppen Prora.
Sie nutzten Teile der Anlage für mehr als 10 Jahre.
Einige Gebäude wurden gesprengt.

In anderen Gebäuden lebten zeitweise Flüchtlinge.
Sie kamen aus ehemaligen deutschen Gebieten im Osten.

Ab 1949 nutzte die Polizei das Gelände.
Die Gebäude wurden zu Kasernen umgebaut.

1952 entstand daraus die Kasernierte Volkspolizei (KVP).
1956 wurde daraus die Nationale Volksarmee (NVA).
Das war die Armee der DDR.

NVA Besuch Prora 1972

Besuch von Erich Honecker in Prora, 1972 (Foto: Bundesarchiv)

In Prora waren verschiedene Militäreinheiten stationiert.
Später gab es dort vor allem Schulen für das Militär.

Ab 1982 arbeiteten dort auch sogenannte Bausoldaten.
Das waren Männer, die keinen Dienst mit Waffen machen wollten.
Sie mussten stattdessen Bauarbeiten leisten.

Bis 1991 war das Gelände militärisches Sperrgebiet.
Nach 1990 übernahm kurz die Bundeswehr das Gelände.
1991 zog sie wieder ab.

Prora nach 1989

Nach 1991 gehörte Prora dem deutschen Staat.
Man versuchte, das Gelände zu verkaufen und neu zu nutzen.

Seeseite Prora

Seeseite der Gebäude, 2006

Empfangsgebäude Prora

Empfangsgebäude

 

 

 

 

 

 

1994 wurde Prora unter Denkmalschutz gestellt.
Das bedeutet: Die Gebäude sind wichtig und sollen erhalten bleiben.

Ab 2005 wurden Teile der Anlage verkauft.
Dort entstanden Hotels, Ferienwohnungen und Freizeitanlagen.

2011 wurde eine Jugendherberge eröffnet.
Danach wurden weitere Gebäude renoviert und genutzt.

Heute sind viele Teile von Prora saniert und bewohnt.
Einige Bereiche werden noch gebaut oder geplant.

Karte Prora

Karte von Prora: Planung von 1936 und Zustand 1990

 

 

 

Besucherinformationen

Eintritt

Erwachsene: 7 Euro
Ermäßigt: 3 Euro
Kinder bis 12 Jahre: kostenlos

Familienkarte (Eltern mit Kindern): 15 Euro
Familienkarte (ein Elternteil mit Kindern): 8 Euro
Gruppen ab 10 Personen: 6 Euro pro Person

Führungen

Öffentliche Führungen finden von April bis Oktober statt.
Sie starten täglich um 11:15 Uhr und 14:00 Uhr.

Die Führung beginnt im Dokumentationszentrum.
Zuerst gibt es eine Einführung am Modell.
Danach geht es nach draußen zu historischen Orten.

Sie müssen sich nicht anmelden.
Sagen Sie einfach an der Kasse Bescheid, wenn Sie teilnehmen möchten.

Für die Führung zahlen Sie 3 Euro zusätzlich zum Eintritt.
Kinder bis 12 Jahre zahlen nichts extra.

Gruppenführungen

Gruppen können eine eigene Führung buchen.
Das muss vorher angemeldet werden.

Preis:
50 Euro Grundpreis + 5 Euro pro Person

Führungen gibt es auch auf Englisch oder Niederländisch.
Der Preis wird individuell vereinbart.

Anmeldeformular: Download

Jugendgruppen

Jugendgruppen können ebenfalls Führungen buchen.
Der Preis beträgt 30 Euro plus 2 Euro pro Person Eintritt.

Bitte melden Sie sich frühzeitig an.
Weitere Informationen finden Sie unter „Bildungsangebote“.

Fahrradtouren

Es gibt Führungen mit dem Fahrrad über das Gelände.
Diese finden in der Hauptsaison mittwochs um 10:30 Uhr statt.

Eine Anmeldung ist erforderlich.
Fahrräder müssen selbst mitgebracht werden.

In der Nebensaison sind Touren nach Absprache möglich.

Fahrräder können in Prora oder Binz ausgeliehen werden.
Kosten: 6 Euro plus Eintritt

Treffpunkt ist das Dokumentationszentrum.

Kontakt:
Telefon 038393 / 13991
E-Mail prora@prora.eu

Film

Im Dokumentationszentrum läuft ein Film über Prora.
Der Film dauert 33 Minuten.
Er wird den ganzen Tag gezeigt.

Der Film ist im Eintritt enthalten.
Er hat englische Untertitel.

Barrierefreiheit

Das Gebäude ist nur teilweise barrierefrei.

Die Ausstellung und der Filmraum sind ebenerdig erreichbar.
Der Weg dorthin ist etwa 250 Meter lang und teilweise ein Schotterweg.

Das Café und das Modell befinden sich im ersten Stock.
Dort gibt es nur Treppen.

Bitte rufen Sie uns an, wenn Sie Hilfe brauchen.

Anreise und Parken

Vor dem Gebäude gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz.
Dieser gehört nicht zum Dokumentationszentrum.

Informationen zur Anfahrt finden Sie auf der Webseite.

Hunde

Hunde sind in der Ausstellung erlaubt.
Ein Wassernapf steht bereit.