Category Archives: Sonderausstellungen

Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung

1. Juni bis 20. August 2021:

Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung,


eine Ausstellung der Internationale Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH (IBB Dortmund, Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ Minsk (IBB Minsk) in Zusammenarbeit mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Malyj Trostenez, heute ein Vorort von Minsk, war zwischen Frühjahr 1942 und Sommer 1944 die größte Vernichtungsstätte auf dem Gebiet der besetzten Sowjetunion. Um die Spuren zu verwischen, ließen die Mörder Ende 1943 die Leichen der Opfer ausgraben und verbrennen. Eine sowjetische Kommission zur Untersuchung nationalsozialistischer Verbrechen schätzte im August 1944 206.500 Opfer – vor allem belarussische, österreichische, deutsche und tschechische Juden, aber auch Partisanen, Widerstandskämpfer und sowjetische Kriegsgefangene. Nach 1945 entstanden sowjetische Erinnerungszeichen, große Gedenkanlagen wurden 2015 und 2018 feierlich eröffnet.

Ein Video über den Vernichtungsort finden Sie auf der Seite Sonderausstellungen.

KZ Uckermark

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

17. Juni bis 15. August 2021:

Von 1942 bis April 1945 wurden im KZ Uckermark ca. 1200 Mädchen und junge Frauen inhaftiert. Sie lebten dort unter extremen Bedingungen: Sie wurden gequält und misshandelt, sie mussten Zwangsarbeit leisten, bekamen kaum zu essen, dafür aber viele Strafen. Überlebende berichteten von einem Redeverbot.

Im Januar 1945 wurde auf einem Teil des Geländes ein Vernichtungsort für Häftlinge aus Ravensbrück und anderen Konzentrationslagern errichtet. Bis April 1945 wurden dort und in Ravensbrück 5000 – 6000 Frauen ermordet. Bis heute ist immer noch wenig über die Geschichte dieses Konzentrationslagers bekannt, Dokumente und Bilder fehlen bislang.

Die dort Inhaftierten zählten lange Zeit zu den vergessen gemachten Verfolgten des Nationalsozialismus und haben kaum öffentliche Anerkennung oder Rehabilitation erfahren, sondern waren in der Regel weiterer Ausgrenzung in ihren Wohnorten und durch Behörden und Institutionen ausgesetzt. Die Leiterin des Lagers, Kriminalrätin Lotte Toberentz und ihre Stellvertreterin, Kriminalobersekretärin Johanna Braach wurden 1948 im Dritten RavensbrückProzess vor einem Militärgericht in Hamburg angeklagt, freigesprochen und waren anschließend wieder in der Kriminalpolizei tätig.

Die Ausstellung zum KZ Uckermark wurde 2010 von der Hamburger Gruppe der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark erstellt. Begleitend dazu gibt es seit 2015 (aktualisiert 2019) die Textsammlung mit vielen (Hintergrund) – Informationen zum KZ Uckermark und angrenzenden

Themen, wie die beiden anderen Jugendkonzentrationslager Moringen und Lodz, Kontinuitäten nach 1945 und Jugend im Nationalsozialismus. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Karte: wikimedia commons

„Baustelle Prora – Die Pläne“

eine Werkausstellung des Dokumentationszentrums Prora, kuratiert von Katja Lucke und Christian Dinse mit erstmals veröffentlichten Dokumenten und Fotos in Kooperation mit dem Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv. Fotos aus dem Bestand des bekannten Archives der Holzmann AG, einem Fotoalbum eines jungen Bauingenieurs aus dem Büro der damaligen Bauleitung und Pläne des zentralen Statikers des „KdF-Seebades“, Adolf Leber, werden aktuellen Fotos von Prora gegenüber gestellt.

„Von Prora hinter die Fronten…“

Seit Januar 2018 haben wir unsere Dauerausstellung erweitert um die Teilausstellung „Von Prora hinter die Fronten – Vergessene Opfer deutscher Polizeibataillone“. Mit einer Förderung durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ können wir die Geschichte von Polizeibataillonen präsentieren, die zeitweise in Prora ausgebildet wurden und später in verschiedenen besetzten Ländern Europas eingesetzt waren.
Die meisten Polizeieinheiten gingen von Prora über den Hafen Sassnitz zunächst nach Norwegen, später in die Sowjetunion, Polen, die Niederlande und Griechenland. Die Polizisten deportierten Juden, bekämpften tatsächliche oder angebliche Partisanen, sie nahmen sowjetische Soldaten gefangen und brachten sie in Gefangenenlager. Die sowjetischen Kriegsgefangenen waren nach den Juden, von denen rund sechs Millionen ermordet wurden, die zweitgrößte Opfergruppe nationalsozialistischer Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Rund 3,3 Millionen von ihnen starben in deutscher Gefangenschaft, sie gehören heute immer noch zu den weitgehend vergessenen oder ausgeblendeten Opfergruppen. Deshalb haben wir sie zu einem Schwerpunkt der Ausstellung gemacht.
Die Ausstellung, kuratiert von unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter Marco Esseling, dokumentiert die Ausbildung der Polizisten und ihre Einsätze auf 16 Tafeln mit zahlreichen Fotos. Ergänzt wird sie durch Fotoalben von Polizisten, z.T. erstmals gezeigte Filmdokumente und Erinnerungen von Opfern, um auch diesen eine Stimme zu geben.
Die Ausstellung ist keine temporäre Sonderausstellung, sondern soll dauerhaft Teil unserer Ausstellungen bleiben.