Sonderausstellungen

Laufende Sonderausstellungen:

15. März bis 20. Juli 2019

„Geschlossene Grenzen – Die internationale Flüchtlingskonferenz in Évian 1938“

Vom 6. bis 15. Juli 1938 trafen sich Vertreter von 32 Staaten im mondänen Badeort Évian-les-Bains am französischen Ufer des Genfer Sees. Anlass war eine von US-Präsident Roosevelt einberufene Konferenz zur Flüchtlingskrise in Europa, die durch die Vertreibung der Juden aus dem Deutschen Reich und dem gerade „angeschlossenen“ Österreich durch das NS-Regime ausgelöst worden war.

Die Konferenzteilnehmer bekundeten zwar ihr Mitgefühl mit den Geflüchteten, lehnten die Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge jedoch mit unterschiedlichen Begründungen ab. Zudem vermieden sie es, das NS-Regime als Verantwortlichen der Flüchtlingskrise und die Juden als deren Hauptbetroffene zu benennen. Damit wurde die Konferenz von Évian zu einem Symbol dafür, wie die dringend auf Zuflucht angewiesenen verfolgten Juden von der internationalen Staatengemeinschaft weitgehend im Stich gelassen wurden.

Anlässlich des 80. Jahrestags der Konferenz erinnern die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin in einer gemeinsamen Ausstellung an die Voraussetzungen, den Verlauf und die Folgen dieser Konferenz. Ein besonderes Schlaglicht wird zudem auf die teilnehmenden Staaten und die Delegationen geworfen.

 

Ständige Ergänzung unserer Dauerausstellung:

„Von Prora hinter die Fronten –
  Vergessene Opfer deutscher Polizeibataillone“

Seit Januar 2018 haben wir unsere Dauerausstellung erweitert um die Teilausstellung „Von Prora hinter die Fronten – Vergessene Opfer deutscher Polizeibataillone“. Mit einer Förderung durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ können wir die Geschichte von Polizeibataillonen präsentieren, die zeitweise in Prora ausgebildet wurden und später in verschiedenen besetzten Ländern Europas eingesetzt waren.

Die meisten Polizeieinheiten gingen von Prora über den Hafen Sassnitz zunächst nach Norwegen, später in die Sowjetunion, Polen, die Niederlande und Griechenland. Die Polizisten deportierten Juden, bekämpften tatsächliche oder angebliche Partisanen, sie nahmen sowjetische Soldaten gefangen und brachten sie in Gefangenenlager. Die sowjetischen Kriegsgefangenen waren nach den Juden, von denen rund sechs Millionen ermordet wurden, die zweitgrößte Opfergruppe nationalsozialistischer Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Rund 3,3 Millionen von ihnen starben in deutscher Gefangenschaft, sie gehören heute immer noch zu den weitgehend vergessenen oder ausgeblendeten Opfergruppen. Deshalb haben wir sie zu einem Schwerpunkt der Ausstellung gemacht.

Die Ausstellung, kuratiert von unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter Marco Esseling, dokumentiert die Ausbildung der Polizisten und ihre Einsätze auf 16 Tafeln mit zahlreichen Fotos. Ergänzt wird sie durch Fotoalben von Polizisten, z.T. erstmals gezeigte Filmdokumente und Erinnerungen von Opfern, um auch diesen eine Stimme zu geben.

Die Ausstellung ist keine temporäre Sonderausstellung, sondern soll dauerhaft Teil unserer Ausstellungen bleiben.

 

12. April bis 30. Juli 2019:

„Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941-1944“,.

eine Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Zwischen 1941 und 1944 erschossen Angehörige der SS, der Wehrmacht und deutsche Polizeieinheiten zusammen mit einheimischen Helfern in der Sowjetunion über zwei Millionen Juden, etwa 30 000 Roma und 17 000 Patienten psychiatrischer Anstalten oder töteten sie in sogenannten Gaswagen. Anhand historischer Dokumente und Fotografien beschreibt die Ausstellung die Entwicklung des Massenmords und die Aufarbeitung dieser Verbrechen nach 1945. Erstmals sind auf einer Karte die Orte der umfangreichsten Erschießungen verzeichnet. Vertiefungsebenen mit Hörstationen informieren über die Ereignisse in Städten wie Kiew oder Riga.
Die Ausstellung bietet Erklärungsansätze zu der Frage, was deutsche Männer dazu brachte, sich am Massenmord zu beteiligen. Außerdem geben eine Fotoserie mit Großaufnahmen und Interviews mit Überlebenden Raum, sich mit der Situation der Verfolgten auseinanderzusetzen. Schicksale Einzelner werden auf frei im Raum stehenden Stelen vorgestellt.
Zugleich werden das Handeln und die Motive der Täter sowie die Zusammenarbeit verschiedener Tätergruppen dargestellt.

 

21. September 2017 bis 30. November 2019 „Die Wilhelmstraße 1933-1945“

Die Wilhelmstraße in Berlin wurde Anfang des 19. Jahrhunderts zum Sitz der wichtigsten Ministerien Preußens, seit 1871 auch des Deutschen Reichs und später des NS-Staats. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurde sie zum Synonym für „Die Deutsche Regierung”. Sie war nicht nur die traditionelle Regierungsmeile Deutschlands sondern auch der Ort, an dem die NS-Elite sich und die „NS-Volksgemeinschaft“ inszenierte. Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 bezogen die Nationalsozialisten das Regierungsviertel. Sie prägten es auf mehrfache Weise: durch die Ansiedlung neuer Behörden, die Umstrukturierung bestehender Behörden, umfangreiche Neu- und Umbauten und durch die Nutzung der Straße selbst als politische Bühne. Die  Ausstellung zeigt diese sichtbaren und unsichtbaren Veränderungen, die Instrumentalisierung einer Straße im NS ideologischen Sinn. Neben den Ministerien befanden sich zentrale Täterinstitutionen wie Gestapo, Sicherheitsdienst und Reichssicherheitshauptamt, in dem der europaweite Völkermord vom Schreibtisch aus organisiert wurde, als auch der Wilhelmplatz, auf dem immer wieder Menschenansammlungen zusammenkamen, um einen Blick auf Hitler auf dem eigens 1935 angebauten „Führerbalkon“ der Reichskanzlei werfen zu können. Heute existiert ein großer Teil dieser Gebäude nicht mehr, darunter das Palais des Reichspräsidenten, das Preußische Staatsministerium und die Reichskanzlei. Noch erhaltene Gebäude wurden von der Regierung der DDR und werden seit 1991 von der Bundesrepublik Deutschland genutzt.

In der Ausstellung wird das NS Regierungsviertel als begehbares Modell gestaltet. Was in den jeweiligen Gebäuden in der Nazi-Zeit geschah, verbirgt sich in kleinen Kabinetten, die durch Türen in personengroßen Fotowänden zugänglich werden.

 

Kommende Sonderausstellungen 2019:

 

25. Juli bis 9. September:

„Wir* hier! Lesbisch, schwul und trans* zwischen Hiddensee
und Ludwigslust“,

ein Ausstellungsprojekt von LOLA FÜR DIE DEMOKRATIE in Mecklenburg-Vorpommern e.V. und der Antonio Amadeu Stiftung.

 

 

15. September bis 31. Dezember:

„Baustelle Prora 1936-1942 und 2000-2019“

eine Werkausstellung des Dokumentationszentrums Prora in Kooperation mit dem Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv mit erstmals veröffentlichten Fotos und Dokumenten.