Sonderausstellungen

Sonderausstellungen 2022:

 

14.Juli bis 31. Oktober 2022:

„Jugend im Gleichschritt!? Die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit“, eine Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln

Hitlerjungen – in mächtigen Blöcken angetreten. Zehnjährige „Pimpfe“ – im Gleichschritt marschierend. BDM-Mädchen – frenetisch dem „Führer“ zujubelnd. Solche Bilder dominieren heute den Blick auf die Hitlerjugend der Jahre 1933 bis 1945. Mit der damaligen Lebenswirklichkeit hat das wenig zu tun – aber viel mit der Wirkungsmacht und Nachhaltigkeit nationalsozialistischer Propaganda.

Die Wanderausstellung „Jugend im Gleichschritt!? Die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln stellt dem ein deutlich anderes Bild der Hitlerjugend gegenüber: die Vielfalt damaligen Jugendlebens und damit die Heterogenität der NS-Jugendorganisation. Gezeigt wird dies in der Hauptsache an­hand von nie zuvor veröffentlichtem Mate­rial, vieles davon aus Privathand.

Wir bieten Workshops für Schulklassen in der Ausstellung an.

 

 

 

11. August bis 25. November 2022
„Postscriptum –
„Ostarbeiter“ im Deutschen Reich“

Eine Ausstellung der Gesellschaft Memorial, Moskau

 Die Ausstellung „Postscriptum“ der Gesellschaft Memorial erinnert an die sowjetischen Frauen, Männer und Kinder, die während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeit für das NS-Regime leisten mussten. Sie wurde im Rahmen eines Bildungsprojekts mit Moskauer Schüler*innen und Studierenden erarbeitet und von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert.

26 Millionen Menschen aus ganz Europa wurden zur Zwangsarbeit verpflichtet, darunter etwa 9 Millionen aus der Sowjetunion. Nach Schätzungen leisteten 6,4 Millionen in den besetzten sowjetischen Gebieten Zwangsarbeit, weitere 2,8 Millionen wurden in das Deutsche Reich verschleppt. Diese so genannten „Ostarbeiter“ bildeten unter den 13 Millionen Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen im Deutschen Reich die größte Gruppe. Gekennzeichnet mit dem Abzeichen „OST“, waren sie extrem schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen ausgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhren diese Menschen weder in Deutschland noch in der Sowjetunion eine Anerkennung ihres erlittenen Unrechts. Erst im Jahr 2000 entstand auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ zur Entschädigung von Zwangsarbeit. Bis 2007 erhielten knapp 1,7 Millionen Überlebende eine einmalige Zahlung zwischen 500 und 7.700 Euro. Die Hälfte der Empfänger und Empfängerinnen stammte aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Entschädigung hatte überwiegend symbolischen Charakter. Für die Betroffenen stellte sie eine wichtige, wenn auch späte Würdigung ihrer Leiden dar.
Die in der Ausstellung präsentierten persönlichen Dokumente und Fotografien sind erstmalig in Deutschland zu sehen.

 

 

14. Februar bis 31. Dezember 2022:

„Baustelle Prora  – 
Die Pläne“

eine Werkausstellung des Dokumentationszentrums Prora, kuratiert von Katja Lucke und Christian Dinse

mit erstmals veröffentlichten Dokumenten und Fotos in Kooperation mit dem Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv. Fotos aus dem Bestand des bekannten Archives der Holzmann AG, einem Fotoalbum eines jungen Bauingenieurs aus dem Büro der damaligen Bauleitung und Pläne des zentralen Statikers des „KdF-Seebades“, Adolf Leber, werden aktuellen Fotos von Prora gegenüber gestellt.

 

 

 

„Grenzerfahrungen – Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet“

Der Förderverein PRO ASYL e.V. hat gemeinsam mit Pax Christi und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden eine neue Plakat-Austellung entwickelt. Sie zeigt auf 16 Einzelplakaten, wie in der Politik der Europäischen Union die Externalisierung von Flüchtlingen, die Abschottung der Außengrenzen sowie die militärischen und geopolitischen Interessen ineinandergreifen. Verhängnisvoll ist dies vor allem für schutzsuchende Menschen, die mit ihrem Recht auf Asyl an einer restriktiven Politik scheitern. Vor 70 Jahren trat die Genfer Flüchtlingskonvention in Kraft – aktuell ist es höchste Zeit, die universelle Gültigkeit der Flüchtlings- und Menschenrechte gemeinsam zu verteidigen. 

 

 

 

Als ständige Erweiterung unserer Dauerausstellung:

„Von Prora hinter die Fronten –
  Vergessene Opfer deutscher Polizeibataillone“

Seit Januar 2018 haben wir unsere Dauerausstellung erweitert um die Teilausstellung „Von Prora hinter die Fronten – Vergessene Opfer deutscher Polizeibataillone“. Mit einer Förderung durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ können wir die Geschichte von Polizeibataillonen präsentieren, die zeitweise in Prora ausgebildet wurden und später in verschiedenen besetzten Ländern Europas eingesetzt waren.

Die meisten Polizeieinheiten gingen von Prora über den Hafen Sassnitz zunächst nach Norwegen, später in die Sowjetunion, Polen, die Niederlande und Griechenland. Die Polizisten deportierten Juden, bekämpften tatsächliche oder angebliche Partisanen, sie nahmen sowjetische Soldaten gefangen und brachten sie in Gefangenenlager. Die sowjetischen Kriegsgefangenen waren nach den Juden, von denen rund sechs Millionen ermordet wurden, die zweitgrößte Opfergruppe nationalsozialistischer Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Rund 3,3 Millionen von ihnen starben in deutscher Gefangenschaft, sie gehören heute immer noch zu den weitgehend vergessenen oder ausgeblendeten Opfergruppen. Deshalb haben wir sie zu einem Schwerpunkt der Ausstellung gemacht.

Die Ausstellung, kuratiert von unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter Marco Esseling, dokumentiert die Ausbildung der Polizisten und ihre Einsätze auf 16 Tafeln mit zahlreichen Fotos. Ergänzt wird sie durch Fotoalben von Polizisten, z.T. erstmals gezeigte Filmdokumente und Erinnerungen von Opfern, um auch diesen eine Stimme zu geben.

Die Ausstellung ist keine temporäre Sonderausstellung, sondern soll dauerhaft Teil unserer Ausstellungen bleiben.