Abgeschlossene Projekte

Auswahl abgeschlossener Projekte

Projekt Zwangsarbeiter auf Rügen siehe hier: modpro2_small

 

Modellprojekt „Geschichte erleben in Prora“

Mit Unterstützung des Bundbmfsjesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Programms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ hat das Dokumentationszentrum das Modellprojekt „Geschichte erleben in Prora“ entwickelt. Ziel dieses Projekts war es, die pädagogische Arbeit des Dokumentationszentrums Prora, insb. im Blick auf SchülerInnen auf Rügen und in Mecklenburg-Vorpommern, auszubauen und langfristrig die Schülerprojektarbeit im Dokumentationszentrum Prora zum festen Bestandteil des Schulprogramms lokaler Schulen zu machen. Lehrer und Multiplikatoren aus Mecklenburg-Vorpommern und von der Insel Rügen sollten durch ein attraktives Bildungsangebot motiviert werden, die historische Bildungsarbeit zum Nationalsozialismus nivielfalt2_5_07cht auf den Besuch von Konzentrationslagern zu beschränken, sondern auch das Angebot „vor der Hausstür“ in Prora zu nutzen.

Das pädagogische Angebot des Dokumentationszentrums Prora soll Schülern und anderen Jugendgruppen ermöglichen, die angeblich „positiven Seiten“ des Nationalsozialismus (Urlaubsreisen für Jedermann, Erleben von „Volksgemeinschaft“) in Verbindung zu setzen zum Terror und Zwang im NS-Staat. Dazu wurden beispielsweise Arbeitsmodule zu „Zwangsarbeit auf Rügen“ entwickelt. Die Schüler-Projektarbeit soll das politische Bewusstsein junger Menschen schärfen und sie zur argumentativen Auseinandersetzung mit „rechten Ideologien“ befähigen.

Neben der Entwicklung von Projektmodulen, Selbstführungen und Quizfragen für Jugendgruppen, die das Dokumentationszentrum Prora >>> hier anbietet, fanden im Rahmen des Modellprojekts folgende Aktivitäten/Veranstaltungen statt:

  • Jährliche Begegnungswoche zwischen Rügener Schülern und ehemaligen polnischen Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen: Weitere Informationen dazu u.a. >>> hier
  • Verlegung von Stolpersteinen für Opfer der NS-Herrschaft auf Rügen: Weitere Informationen dazu >>> hier und >>> hier
  • Zeitzeugengespräche, Vorträge und Lesungen in Schulen und im Dokumentationszentrum Prora, z.B. zu den Themen „Jüdischer Widerstand gegen die NS-Herrschaft“ (Zeitzeugengespräch/Lesung mit Eugen Herman-Friede und Zvi Aviram), „Desertion und Kriegsdienstverweigerung im Zweiten Weltkrieg“ (Zeitzeugengespräch mit Ludwig Baumann, Vorsitzender der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz) oder „Hitlerjugend und Edelweißpiraten“ (Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz)
  • Entwicklung der pädagogischen Materialsammlung „Reisen und Rassismus“ für Lehrer und Multiplikatoren: Weitere Informationen dazu >>> hier

Während der dreijährigen Laufzeit des Modellprojekts nahmen fast 4.000 Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet, hauptsächlich von der Insel Rügen und aus Mecklenburg-Vorpommern, die Bildungsangebote des Dokumentationszentrums Prora wahr und nahmen an den Veranstaltungen, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden, teil. Die Nachhaltigkeit des Projekts ist dadurch gewährleistet, dass die verschiedenen Angebote auch weiterhin von Schüler- und anderen Jugendgruppen >>> hier gebucht werden können.

 

Rügen im Nationalsozialismus – Ein Geschichtsprojekt für Jugendliche“ im Rahmen des „Lokalen Aktionsplan“ der Stadt Sassnitz

Das Geschichtsprojekt „Rügen im Nationalsozialismus“ bot Rügener Jugendlichen und interessierten Bürgern die Möglichkeit, sich mit der Geschichte des  Nationalsozialismus auf Rügen, insb. der Geschichte von Sassnitz im „Dritten Reich“, auseinander zu setzen. Das Dokumentationszentrum Prora organisierte in Zusammenarbeit mit dem Sassnitzer Mehrgenerationenhaus Grundtvighaus folgende Veranstaltungen:

  • Schülerprojekt zum Thema “Rügen im Nationalsozialismus”: Nach einer Einführung in das Thema durch Mitarbeiter des Dokumentationszentrums Prora erarbeiteten sich 22 Schüler der Regionalen und Förderschule Sassnitz mit Hilfe von Zeitzeugeninterviews ehemaliger polnischer Zwangsarbeiter und Sassnitzer Bürgern aus dem Archiv des Dokumentationszentrums Prora die Geschichte Sassnitz‘ im 2. Weltkrieg. Themen waren der Bombenangriff alliierter Bomberverbände der Royal Airforce auf Sassnitz am 6. März 1945, die Reichspogromnacht 1938, die Situation der nach Sassnitz verschleppten Zwangsarbeiter und das in Sassnitz stationierte Arbeitskommando des Konzentrationslagers Ravensbrück.
    Das Mehrgenerationenhaus Grundtvighaus bot mit seinem Medienkabinett die technischen Voraussetzungen für die Arbeit der Jugendlichen. Sie wurden dort in der Technik der Befragung von Zeitzeugen und im Umgang mit der erforderlichen Video/Audiotechnik geschult. Die Ergebnisse der Arbeit wurden in zwei Schulveranstaltungen Lehrern, Eltern und Schülern präsentiert.
  • Studienfahrt nach Stettin vom 13. bis 15. November 2008: Eine Gruppe von Sassnitzer Schülern und Erwachsenen besuchten Schüler des Schulverbandes Nr. 8 in Stettin. Zusammen besichtigten sie die Sehenswürdigkeiten der Stadt und besuchten den Schulverband Nr. 8, wo sie sich mit ehemaligen polnischen Zwangsarbeitern trafen. Diese berichteten den polnischen und deutschen Schülern von ihren Erfahrungen als Zwangsarbeiter auf Rügen im 2. Weltkrieg. [mehr]
  • Vortrag „Rechtsextreme Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern“ von Regine Krüger-Finke und Torsten Schörner am 28. November 2008
  • Zwei Vorträge zum Thema “Krieg in Europa”: „Beherrschen, Verwalten, Ausbeuten. – Vernichtungskrieg in Osteuropa 1941 – 1945“ von Marcus Gryglewski und „Sassnitz im Krieg“ am 18. Dezember 2008

 

Arbeit und Bildung: Menschenrechte in Geschichte und Gegenwart

Im Rahmen des Projekts „Arbeit und Bildung: Menschenrechte in Geschiclogo13hte und Gegenwart“ hat das Dokumentationszentrum Prora ein Bildungsprogramm für Jugendliche zur Auseinandersetzung mit dem Recht auf Bildung und dem „Recht auf Arbeit“ entwickelt. Ziel des Projekts war es, das Bewusstsein junger Menschen für die Bedeutung der allgemeinen Menschenrechte für ihr eigenes Leben und das ihrer deutschen und ausländischen Mitbürger zu schärfen. Es wurde gefördert im Programm MENSCHEN RECHTE BILDEN der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft.

Erarbdvd_cover_smalleitet wurden zwei Workshops (Modul 1 und Modul 2) und eine CD mit Materialien und einer Anleitung für die selbstständige Durchführung der Seminare. Lehrer und Betreuer von Jugendgruppen können damit unabhängig vom Dokumentationszentrum Prora junge Menschen mit dem Thema Menschenrechte vertraut machen. Die CD ist im Dokumentationszentrum Prora oder —> hier zum Selbstkostenpreis von 7,50 Euro zzgl. Versandkosten erhältlich.

Die Workshops im Rahmen des Projekts „Arbeit und Bildung: Menschenrechte in Geschichte und Gegenwart“ erweitern zum einen das Allgemeinwissen der Jugendlichen über Menschen- und Kinderrechte. In der Auseinandersetzung mit lebensgeschichtlichen Interviews ehemaliger Zwangsarbeiter und KZ-Sklavenarbeiter werden sie sensibilisiert für die Bedeutung der Menschen- und Kinderrechte, insb. des Rechts auf Bildung und des Rechts auf freie Berufswahl.

Modul 1 – Verbot der Zwangsarbeit und das „Recht auf Arbeit“: Menschenrechte in Geschichte und Gegenwart: Anhand von Selbstzeugnissen ehemaliger ZwangsarbeiterInnen bzw. KZ-SklavenarbeiterInnen während des 2. Weltkrieges wird die Situation dieser Menschen in Bezug auf die heute geltenden Menschenrechtsgarantien analysiert. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wird u.a. als Antwort auf das Unrecht der Nationalsozialisten interpretiert.

Im gegenwartsbezogenen zweiten Teil der Veranstaltung wird der Anspruch der Menschenrechte, insb. das „Recht auf Arbeit“ und das Verbot von Zwangsarbeit, der aktuellen Realität gegenüber gestellt. Zum einen wird die Lage der in Polen und Deutschland lebenden afrikanischen ArbeitsmigrantInnen und Flüchtlinge diskutiert, zum anderen wird Bezug genommen auf die Lebenswelt der Jugendlichen. Die Jugendlichen sollen sich ihrer Interessen, Bedürfnisse und Wünsche in Bezug auf Arbeit bewusst werden und untersuchen, welche Rechtsgarantien in Bezug auf Arbeit tatsächlich bestehen (Recht auf freie Berufswahl) und diskutieren, ob diese Garantien ausreichend sind.

Modul 2 – Das Recht auf Bildung: Menschenrechte in Geschichte und Gegenwart: Wie in Modul 1 wird anhand von Selbstzeugnissen die Situation von Kindern und Jugendlichen während des 2. Weltkrieges in Bezug auf die heute geltenden Menschen- und Kinderrechtsgarantien, insb. das Menschenrecht auf Bildung, erörtert.

Im zweiten Teil der Veranstaltung werden die Kinderrechte nach der UN-Kinderrechtskonvention erörtert. Durch Thematisierung des Rechts auf Bildung für Migranten- und Flüchtlingskinder wird einerseits die Universalität der Menschenrechte vermittelt. Zum anderen sollen die TeilnehmerInnen eigene Wünsche und Vorstellungen in Bezug auf ihre allgemeine Lebens- und Bildungssituation erarbeiten, artikulieren und mit dem rechtlichen Anspruch vergleichen.

Wenn Sie Interesse an der Durchführung eines Workshops durch das Dokumentationszentrum Prora haben, finden Sie >>> hier weitere Informationen.