Category Archives: Sonderausstellungen

„Prora-Traum eines Architekten“

„Prora -Traum eines Architekten“, eine Fotoausstellung von Uwe Seemann.

Diese Fotoausstellung von Uwe Seemann (Fotos) und Barbara Seemann (Gestaltung) ist eine fotografische Auseinandersetzung mit dem geplanten „KdF-Seebad Rügen“ und seiner eigenwilligen Faszination.

Ein großer Teil der Fotos entstand 1999 bis 2002. Zu diesem Zeitpunkt waren die Entscheidungsprozesse zum Umgang mit der historischen Hinterlassenschaft noch offen und Gebäudeabschnitte der freien Nutzung überlassen, teilweise in kreativer Form. Das Gebäudeensemble lag vorwiegend brach und verfiel. Die Sanierungen der dann privatisierten Gebäudeabschnitte begannen erst Jahre später.

2016 konzentrierte sich der Fotograf auf bereits sanierte Gebäudeabschnitte in Prora und hinterfragt fotografisch den Umgang mit der Bausubstanz.

Uwe Seemann wurde 1938 in Güstrow geboren und ist diplomierter Fotograf. Er hat sich auf nördliche Landschaften konzentriert und ist dabei auf die gigantische NS-Anlage an Rügens Küste gestoßen. Die Aufnahmen zeigen vielfach, wie die Natur, wenn der Mensch es zulässt, die Gebäude, insbesondere die Ruinenkomplexe wieder in Besitz nimmt. Ergänzt werden die Prora – Bilder durch fotografische Aufnahmen nördlicher Küstenlandschaften, im Wechsel der Jahreszeiten, von Rostock bis zur Insel Rügen. Nahezu alle Fotografien der Ausstellung wurden mit analoger Technik aufgenommen. Die Vergrößerungen wurden gedruckt, alle anderen Fotografien sind echte Barytpapier Vergrößerungen.
(Ausstellungsdauer: 22.10.2020 bis 15.2.2021)

 

„Baustelle Prora – Die Pläne“

eine Werkausstellung des Dokumentationszentrums Prora, kuratiert von Katja Lucke und Christian Dinse mit erstmals veröffentlichten Dokumenten und Fotos in Kooperation mit dem Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv. Fotos aus dem Bestand des bekannten Archives der Holzmann AG, einem Fotoalbum eines jungen Bauingenieurs aus dem Büro der damaligen Bauleitung und Pläne des zentralen Statikers des „KdF-Seebades“, Adolf Leber, werden aktuellen Fotos von Prora gegenüber gestellt.

„Von Prora hinter die Fronten…“

Seit Januar 2018 haben wir unsere Dauerausstellung erweitert um die Teilausstellung „Von Prora hinter die Fronten – Vergessene Opfer deutscher Polizeibataillone“. Mit einer Förderung durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ können wir die Geschichte von Polizeibataillonen präsentieren, die zeitweise in Prora ausgebildet wurden und später in verschiedenen besetzten Ländern Europas eingesetzt waren.
Die meisten Polizeieinheiten gingen von Prora über den Hafen Sassnitz zunächst nach Norwegen, später in die Sowjetunion, Polen, die Niederlande und Griechenland. Die Polizisten deportierten Juden, bekämpften tatsächliche oder angebliche Partisanen, sie nahmen sowjetische Soldaten gefangen und brachten sie in Gefangenenlager. Die sowjetischen Kriegsgefangenen waren nach den Juden, von denen rund sechs Millionen ermordet wurden, die zweitgrößte Opfergruppe nationalsozialistischer Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Rund 3,3 Millionen von ihnen starben in deutscher Gefangenschaft, sie gehören heute immer noch zu den weitgehend vergessenen oder ausgeblendeten Opfergruppen. Deshalb haben wir sie zu einem Schwerpunkt der Ausstellung gemacht.
Die Ausstellung, kuratiert von unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter Marco Esseling, dokumentiert die Ausbildung der Polizisten und ihre Einsätze auf 16 Tafeln mit zahlreichen Fotos. Ergänzt wird sie durch Fotoalben von Polizisten, z.T. erstmals gezeigte Filmdokumente und Erinnerungen von Opfern, um auch diesen eine Stimme zu geben.
Die Ausstellung ist keine temporäre Sonderausstellung, sondern soll dauerhaft Teil unserer Ausstellungen bleiben.