Category Archives: Sonderausstellungen

„Postcriptum – ‚Ostarbeiter‘ im Deutschen Reich“

Foto: Archiv Memorial International

11. August 2022 bis 28. Februar 2023

„Postscriptum – ‚Ostarbeiter‘ im Deutschen Reich“

Eine Ausstellung der Gesellschaft Memorial, Moskau
in Zusammenarbeit mit dem Museum Berlin- Karlshorst und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Schöneweide

Die Ausstellung „Postscriptum“ der Gesellschaft Memorial erinnert an die sowjetischen Frauen, Männer und Kinder, die während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeit für das NS-Regime leisten mussten. Sie wurde im Rahmen eines Bildungsprojekts mit Moskauer Schüler*innen und Studierenden erarbeitet und von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert.

26 Millionen Menschen aus ganz Europa wurden zur Zwangsarbeit verpflichtet, darunter etwa 9 Millionen aus der Sowjetunion. Nach Schätzungen leisteten 6,4 Millionen in den besetzten sowjetischen Gebieten Zwangsarbeit, weitere 2,8 Millionen wurden in das Deutsche Reich verschleppt. Diese so genannten „Ostarbeiter“ bildeten unter den 13 Millionen Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen im Deutschen Reich die größte Gruppe. Gekennzeichnet mit dem Abzeichen „OST“, waren sie extrem schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen ausgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhren diese Menschen weder in Deutschland noch in der Sowjetunion eine Anerkennung ihres erlittenen Unrechts.
Die in der Ausstellung präsentierten persönlichen Dokumente und Fotografien sind erstmalig in Deutschland zu sehen.

„Jugend im Gleichschritt!? Die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit“

14.Juli 2022 bis 31. März 2023:

„Jugend im Gleichschritt!? Die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit“, eine Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln

Hitlerjungen – in mächtigen Blöcken angetreten. Zehnjährige „Pimpfe“ – im Gleichschritt marschierend. BDM-Mädchen – frenetisch dem „Führer“ zujubelnd. Solche Bilder dominieren heute den Blick auf die Hitlerjugend der Jahre 1933 bis 1945. Mit der damaligen Lebenswirklichkeit hat das wenig zu tun – aber viel mit der Wirkungsmacht und Nachhaltigkeit nationalsozialistischer Propaganda.

Die Wanderausstellung „Jugend im Gleichschritt!? Die Hitlerjugend zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln stellt dem ein deutlich anderes Bild der Hitlerjugend gegenüber: die Vielfalt damaligen Jugendlebens und damit die Heterogenität der NS-Jugendorganisation. Gezeigt wird dies in der Hauptsache an­hand von nie zuvor veröffentlichtem Mate­rial, vieles davon aus Privathand.

Wir bieten Workshops für Schulklassen in der Ausstellung an.

„Baustelle Prora – Die Pläne“

eine Werkausstellung des Dokumentationszentrums Prora, kuratiert von Katja Lucke und Christian Dinse mit erstmals veröffentlichten Dokumenten und Fotos in Kooperation mit dem Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv. Fotos aus dem Bestand des bekannten Archives der Holzmann AG, einem Fotoalbum eines jungen Bauingenieurs aus dem Büro der damaligen Bauleitung und Pläne des zentralen Statikers des „KdF-Seebades“, Adolf Leber, werden aktuellen Fotos von Prora gegenüber gestellt.

Bis 31. Dezember 2023

„Von Prora hinter die Fronten…“

Seit Januar 2018 haben wir unsere Dauerausstellung erweitert um die Teilausstellung „Von Prora hinter die Fronten – Vergessene Opfer deutscher Polizeibataillone“. Mit einer Förderung durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ können wir die Geschichte von Polizeibataillonen präsentieren, die zeitweise in Prora ausgebildet wurden und später in verschiedenen besetzten Ländern Europas eingesetzt waren.
Die meisten Polizeieinheiten gingen von Prora über den Hafen Sassnitz zunächst nach Norwegen, später in die Sowjetunion, Polen, die Niederlande und Griechenland. Die Polizisten deportierten Juden, bekämpften tatsächliche oder angebliche Partisanen, sie nahmen sowjetische Soldaten gefangen und brachten sie in Gefangenenlager. Die sowjetischen Kriegsgefangenen waren nach den Juden, von denen rund sechs Millionen ermordet wurden, die zweitgrößte Opfergruppe nationalsozialistischer Verfolgungs- und Vernichtungspolitik. Rund 3,3 Millionen von ihnen starben in deutscher Gefangenschaft, sie gehören heute immer noch zu den weitgehend vergessenen oder ausgeblendeten Opfergruppen. Deshalb haben wir sie zu einem Schwerpunkt der Ausstellung gemacht.
Die Ausstellung, kuratiert von unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter Marco Esseling, dokumentiert die Ausbildung der Polizisten und ihre Einsätze auf 16 Tafeln mit zahlreichen Fotos. Ergänzt wird sie durch Fotoalben von Polizisten, z.T. erstmals gezeigte Filmdokumente und Erinnerungen von Opfern, um auch diesen eine Stimme zu geben.
Die Ausstellung ist keine temporäre Sonderausstellung, sondern soll dauerhaft Teil unserer Ausstellungen bleiben.